Wie bekomme ich eine günstige Wohnung?
Eine günstige Wohnung zu finden, erfordert in vielen Regionen der Schweiz Geduld, Flexibilität und eine gut vorbereitete Suche. Wer das vollständige Wohnbudget berechnet, verschiedene Orte vergleicht, Suchabonnemente nutzt und auch Genossenschaften oder kommunale Angebote berücksichtigt, verbessert seine Chancen deutlich.
Autor: Nikita von Niederhäuser , Immobilienexperte UrbanHome Aktualisiert am: · Lesezeit: ca. 13 Minuten
Was bedeutet „günstige Wohnung“?
Ob eine Wohnung günstig ist, hängt nicht allein vom ausgeschriebenen Mietzins ab. Eine Wohnung kann einen tiefen Nettomietzins haben und wegen hoher Nebenkosten, eines teuren Parkplatzes oder eines langen Arbeitswegs trotzdem das Haushaltsbudget stark belasten.
Umgekehrt kann eine etwas teurere Wohnung insgesamt günstiger sein, wenn sie einen kurzen Arbeitsweg, gute öffentliche Verkehrsmittel, tiefere Heizkosten oder eine bessere Infrastruktur bietet.
Günstig ist nicht nur ein tiefer Mietzins
Finanziell günstig
Die vollständigen monatlichen Wohnkosten passen dauerhaft zum verfügbaren Haushaltsbudget.
Praktisch günstig
Lage, Grösse und Grundriss erfüllen die tatsächlichen Bedürfnisse ohne unnötige Zusatzflächen.
Langfristig günstig
Die Wohnung bleibt auch bei steigenden Nebenkosten oder veränderten Lebensumständen tragbar.
Vergleichen Sie Wohnungen deshalb nicht nur anhand des Nettomietzinses. Betrachten Sie den gesamten Betrag, der monatlich durch die Wahl des Wohnorts entsteht.
1. Ein realistisches Wohnbudget festlegen
Legen Sie vor der Wohnungssuche fest, wie viel Sie monatlich dauerhaft für das Wohnen ausgeben können. Das Budget sollte auch bei unerwarteten Ausgaben oder vorübergehend tieferem Einkommen noch tragbar bleiben.
| Kostenposition | Beispiele | Was zu beachten ist |
|---|---|---|
| Nettomietzins | Grundmiete für die Wohnung. | Persönliche Obergrenze bereits in der Suche einstellen. |
| Nebenkosten | Heizung, Warmwasser, Hauswartung und weitere vereinbarte Leistungen. | Akonto oder Pauschale sowie enthaltene Positionen kontrollieren. |
| Individuelle Kosten | Strom, Internet, Fernsehen, Kehricht und Versicherungen. | Diese Kosten sind nicht automatisch in den Nebenkosten enthalten. |
| Mobilität | ÖV-Abonnement, Auto, Parkplatz und längerer Arbeitsweg. | Eine tiefere Miete kann durch höhere Mobilitätskosten aufgehoben werden. |
| Einmalige Kosten | Mietkaution, Umzug, Reinigung und notwendige Möbel. | Vor dem Vertragsabschluss genügend Liquidität reservieren. |
Einfaches Monatsbudget
Nettomietzins: CHF [Betrag]
Nebenkosten: CHF [Betrag]
Strom und Internet: CHF [Betrag]
Parkplatz oder zusätzliche ÖV: CHF [Betrag]
Weitere wohnbedingte Kosten: CHF [Betrag]
------------------------------------------------
Gesamte monatliche Wohnkosten: CHF [Betrag]
2. Immobilienmarkt recherchieren und Angebote vergleichen
Machen Sie sich mit den üblichen Mietpreisen in der gewünschten Region vertraut. Nutzen Sie aktuelle Mietwohnungsinserate, um Wohnungen mit ähnlicher Zimmerzahl, Grösse, Lage und Ausstattung zu vergleichen.
Vergleichen Sie möglichst ähnliche Objekte. Eine unrenovierte Altbauwohnung ohne Lift lässt sich nicht direkt mit einem Neubau mit kontrollierter Lüftung, eigenem Waschturm und Tiefgarage vergleichen.
Diese Merkmale beeinflussen den Mietzins
- Gemeinde und Quartier
- Distanz zum Zentrum und zum öffentlichen Verkehr
- Zimmerzahl und Wohnfläche
- Baujahr und Renovationsstandard
- Lift, Balkon, Aussicht und Aussenflächen
- Eigene Waschmaschine oder gemeinschaftliche Waschküche
- Parkplatz oder Tiefgarage
- Energieverbrauch und Heizsystem
- Befristung und besondere Vertragsbedingungen
Ein sehr tiefer Mietzins kann durch einen einfachen Ausbaustandard, eine ungünstigere Lage oder einen befristeten Vertrag erklärbar sein. Ungewöhnlich günstige Angebote ohne nachvollziehbaren Grund sollten besonders sorgfältig geprüft werden.
3. Alternative Wohnorte und Randlagen prüfen
Wohnungen in beliebten Stadtzentren und gut bekannten Quartieren sind häufig besonders stark nachgefragt. Erweitern Sie Ihre Wohnungssuche auf Randquartiere, Nachbargemeinden und Orte entlang guter Bahn-, Tram- oder Busverbindungen.
Entscheidend ist nicht nur die Entfernung in Kilometern. Eine weiter entfernte Gemeinde mit direkter Bahnverbindung kann im Alltag günstiger und schneller erreichbar sein als ein Stadtquartier mit mehreren Umstiegen.
| Suchgebiet | Möglicher Vorteil | Zusätzlich prüfen |
|---|---|---|
| Randquartiere | Teilweise tiefere Mieten innerhalb derselben Stadt. | ÖV, Lärm, Einkauf und Sicherheit. |
| Nachbargemeinden | Grössere Auswahl und häufig mehr Wohnfläche fürs Budget. | Steuern, Arbeitsweg, Betreuung und Gemeindeleistungen. |
| Regionale Zentren | Gute Infrastruktur bei oft tieferen Preisen als in Grossstädten. | Bahnverbindungen und Arbeitsmarkt. |
| Ländlichere Gemeinden | Teilweise günstige und grössere Wohnungen. | Autoabhängigkeit, Fahrzeiten und Angebotsdichte. |
Berechnen Sie bei einem Ortswechsel immer die Gesamtdifferenz. Eine monatlich um CHF 250 günstigere Wohnung spart wenig, wenn dadurch ein zusätzliches Auto oder ein erheblich teureres ÖV-Abonnement notwendig wird.
4. Suchkriterien flexibler gestalten
Je enger die Suchkriterien sind, desto weniger passende Angebote werden angezeigt. Überlegen Sie, bei welchen Merkmalen ein Kompromiss möglich ist.
Wohnungsgrösse
Ein guter Grundriss kann eine etwas kleinere Wohnfläche ausgleichen.
Ausstattung
Ein älterer Ausbau kann günstiger sein, sofern Zustand und Energieverbrauch stimmen.
Einzugstermin
Flexibilität kann helfen, wenn die Wohnung kurzfristig oder erst später verfügbar ist.
Mögliche Kompromisse sind:
- ein Stockwerk ohne Lift, sofern dies persönlich gut machbar ist,
- eine gemeinschaftliche Waschküche statt eines eigenen Waschturms,
- kein Balkon, wenn ein Park oder Innenhof in der Nähe liegt,
- ein älteres Bad oder eine ältere Küche in gutem Zustand,
- eine kleinere Fläche mit gut nutzbarem Grundriss,
- ein anderes Quartier mit vergleichbarer Infrastruktur.
Sparen Sie nicht an grundlegender Sicherheit, Gesundheit oder finanzieller Tragbarkeit. Feuchtigkeit, erheblicher Lärm, ein gefährlicher Zugang oder dauerhaft zu hohe Gesamtkosten sind keine sinnvollen Kompromisse.
5. Suchabonnemente einrichten und schnell reagieren
Günstige Wohnungen erhalten häufig besonders viele Anfragen. Ein Suchabonnement für Mietwohnungen informiert Sie über neue passende Angebote, ohne dass Sie die Suche ständig manuell wiederholen müssen.
Suchabo sinnvoll einstellen
- mehrere Orte oder einen ausreichend grossen Radius erfassen,
- Preisobergrenze inklusive eines kleinen Spielraums setzen,
- Zimmerzahl nicht unnötig eng begrenzen,
- mehrere geeignete Objektarten berücksichtigen,
- Benachrichtigungen regelmässig kontrollieren,
- Bewerbungsunterlagen bereits vor der ersten Besichtigung bereithalten.
Bei einem passenden Angebot sollten Sie schnell Kontakt aufnehmen. Eine schnelle Anfrage ersetzt jedoch keine sorgfältige Prüfung. Lesen Sie das Inserat vollständig und stellen Sie konkrete Fragen, statt lediglich eine allgemeine Standardnachricht zu versenden.
Gibt es einen besonders günstigen Suchzeitpunkt?
Es gibt keine verlässliche allgemeine Regel, wonach Wohnungen während einer bestimmten Jahreszeit oder am Monatsende günstiger angeboten werden. Das Angebot kann sich je nach Region und Kündigungsterminen verändern, der Mietzins wird dadurch aber nicht automatisch tiefer.
Wichtiger als die Jahreszeit sind:
- ein langfristig aktives Suchabo,
- Flexibilität beim Einzugstermin,
- eine schnelle Erreichbarkeit,
- ein vorbereitetes Bewerbungsdossier,
- die Bereitschaft, verschiedene Regionen zu prüfen.
6. Persönliches Netzwerk und direkten Kontakt nutzen
Informieren Sie Freunde, Familie, Arbeitskolleginnen, Arbeitgeber und Personen aus Vereinen oder Ihrem Quartier über die Wohnungssuche. Teilweise werden frei werdende Wohnungen zunächst im persönlichen Umfeld oder innerhalb einer bestehenden Mieterschaft weitergegeben.
Hilfreich ist eine kurze und konkrete Suchbeschreibung:
Gesucht: 2,5- bis 3,5-Zimmer-Wohnung
Region: [Orte oder Umkreis]
Maximale Bruttomiete: CHF [Betrag]
Einzug: ab [Datum] oder flexibel
Haushalt: [Anzahl Personen]
Kontakt: [Telefon oder E-Mail]
Auch der direkte Kontakt zu privaten Vermieterinnen, Vermietern, Verwaltungen oder Genossenschaften kann sinnvoll sein. Er führt nicht automatisch zu einem tieferen Mietzins, kann aber helfen, früh von geplanten Vermietungen oder Wartelisten zu erfahren.
Versprechen Sie keine Renovationsarbeiten oder Gegenleistungen, die nicht klar geregelt sind. Änderungen an der Wohnung und allfällige Mietzinsabreden sollten vor Vertragsabschluss schriftlich vereinbart werden.
7. Wohnbaugenossenschaften und soziale Wohnangebote prüfen
Wohnbaugenossenschaften und andere gemeinnützige Bauträgerschaften vermieten Wohnungen häufig nach dem Prinzip der Kostenmiete. Dadurch können die Mietzinse langfristig unter vergleichbaren Marktmieten liegen.
Allerdings ist eine Genossenschaftswohnung nicht automatisch sofort verfügbar. Je nach Organisation können besondere Bedingungen gelten:
- Mitgliedschaft in der Genossenschaft,
- Erwerb von Genossenschaftsanteilen,
- Wartelisten oder Bewerbungsfenster,
- Belegungsvorschriften zur Wohnungsgrösse,
- Einkommens- oder Vermögensgrenzen,
- Bezug zu einer Gemeinde oder Region,
- Bereitschaft zur Mitwirkung in der Genossenschaft.
Kommunale und subventionierte Wohnungen
Einige Städte und Gemeinden verfügen über eigene Wohnungen, Wohnstiftungen, Mietzinsbeiträge oder Vereinbarungen mit gemeinnützigen Bauträgerschaften. In der Schweiz gibt es dafür kein vollständig einheitliches Vergabesystem.
Prüfen Sie deshalb direkt:
- die Website Ihrer Gemeinde oder Stadt,
- kommunale Liegenschaftsverwaltungen,
- Wohnstiftungen und gemeinnützige Bauträger,
- regionale Wohnbaugenossenschaften,
- kantonale oder kommunale Beratungsstellen,
- mögliche Mietzinsbeiträge oder Wohnhilfen.
Melden Sie sich frühzeitig an. Bei günstigen Genossenschafts- oder Gemeindewohnungen können die Wartezeiten lang sein. Aktualisieren Sie Ihr Bewerbungsprofil regelmässig und melden Sie Veränderungen bei Haushalt oder Einkommen.
8. Ein vollständiges Bewerbungsdossier vorbereiten
Ein tiefer Mietzins führt häufig zu vielen Bewerbungen. Ein vollständiges und übersichtliches Dossier erleichtert der Verwaltung die Prüfung und verhindert unnötige Rückfragen.
| Unterlage | Zweck | Hinweis |
|---|---|---|
| Bewerbungsformular | Erfasst die erforderlichen Angaben zum Haushalt. | Vollständig, lesbar und wahrheitsgemäss ausfüllen. |
| Betreibungsregisterauszug | Hilft bei der Beurteilung der Zahlungsfähigkeit. | Möglichst aktuell bestellen und vor dem Versand prüfen. |
| Einkommensnachweise | Zeigen die finanzielle Tragbarkeit der Wohnung. | Nur die verlangten und erforderlichen Unterlagen einreichen. |
| Referenzen | Können zuverlässige Mietzahlungen und ein korrektes Mietverhältnis bestätigen. | Referenzpersonen immer vorher informieren. |
| Begleitschreiben | Erklärt kurz, weshalb die Wohnung und der Haushalt zusammenpassen. | Auf die konkrete Wohnung abstimmen. |
Wer in den vergangenen Jahren in verschiedenen Betreibungskreisen gewohnt hat, kann für eine vollständige Übersicht mehrere Betreibungsregisterauszüge benötigen.
Vermieterschaften dürfen nicht beliebig viele private Informationen verlangen. Personendaten müssen für die Auswahl einer geeigneten Mieterschaft und die Vorbereitung des Mietvertrags objektiv erforderlich und verhältnismässig sein.
Kurzer Bewerbungstext
Guten Tag Frau/Herr [Name]
Vielen Dank für die Besichtigung der Wohnung an der [Adresse].
Die Wohnung passt aufgrund von Lage, Grösse und Mietzins sehr gut
zu unserer aktuellen Wohnsituation. Wir sind an einem langfristigen
Mietverhältnis interessiert und senden Ihnen das vollständig
ausgefüllte Bewerbungsformular sowie die verlangten Unterlagen.
Ein Einzug wäre für uns ab dem [Datum] möglich. Für Rückfragen sind
wir jederzeit erreichbar.
Freundliche Grüsse
[Name]
[Telefon]
[E-Mail]
9. Mietvertrag, Nebenkosten und Mietkaution kontrollieren
Ein günstiges Inserat ist nur dann tatsächlich günstig, wenn die Angaben im Mietvertrag damit übereinstimmen. Prüfen Sie sämtliche Kosten vor der Unterschrift.
Nebenkosten
Nebenkosten müssen nur bezahlt werden, wenn sie mit der Vermieterschaft besonders vereinbart wurden. Der Mietvertrag sollte klar aufführen, welche Leistungen zusätzlich zum Nettomietzins geschuldet sind.
Prüfen Sie insbesondere:
- welche Positionen enthalten sind,
- ob Akontozahlungen oder eine Pauschale vereinbart werden,
- ob Strom separat bezahlt wird,
- ob ein Parkplatz zwingend mitgemietet werden muss,
- ob weitere Gebühren oder separate Verträge bestehen.
Mietkaution
Bei Wohnräumen darf eine in Geld oder Wertpapieren geleistete Mietkaution höchstens drei Monatszinse betragen. Wird die Sicherheit in Geld geleistet, muss sie grundsätzlich auf einem Bankkonto hinterlegt werden, das auf den Namen der Mieterschaft lautet.
Überweisen Sie die Mietkaution nicht ungeprüft auf ein gewöhnliches Privatkonto. Kontrollieren Sie Mietvertrag, Vermieterschaft, Kautionsunterlagen und Zahlungsweg.
Weitere Vertragspunkte
- Mietbeginn und Schlüsselübergabe
- Kündigungsfristen und Kündigungstermine
- Mindestmietdauer oder Befristung
- Hausordnung und Ruhezeiten
- Regelung zu Haustieren
- mitvermietete Keller-, Estrich- oder Aussenflächen
- geplante Bauarbeiten oder Sanierungen
10. Unseriöse oder betrügerische Angebote erkennen
Ein ungewöhnlich tiefer Mietzins kann ein Warnzeichen sein, insbesondere wenn gleichzeitig Zeitdruck aufgebaut oder eine Vorauszahlung verlangt wird.
| Warnzeichen | Warum Vorsicht nötig ist |
|---|---|
| Preis deutlich unter vergleichbaren Angeboten | Der Mietzins sollte durch Lage, Zustand oder besondere Vertragsbedingungen erklärbar sein. |
| Keine Besichtigung möglich | Die Existenz und der Zustand des Objekts lassen sich nicht ausreichend prüfen. |
| Vermieter angeblich dauerhaft im Ausland | Diese Erklärung wird teilweise genutzt, um persönliche Treffen zu vermeiden. |
| Zahlung vor nachvollziehbarem Vertrag | Kaution, Reservation oder erste Miete könnten verloren gehen. |
| Unklare Identität oder Kontaktdaten | Die berechtigte Vermieterschaft lässt sich nicht überprüfen. |
| Ungewöhnlich hoher Zeitdruck | Eine sorgfältige Prüfung soll möglicherweise verhindert werden. |
| Versand unnötig sensibler Dokumente | Ausweiskopien und Finanzdaten können missbraucht werden. |
Prüfen Sie Adresse, Inserent, Vertrag und Zahlungsweg. Lassen Sie sich nicht zu einer sofortigen Zahlung drängen und übermitteln Sie sensible Dokumente erst, wenn das Angebot und die Empfänger nachvollziehbar sind.
Schritten zur günstigen Wohnung
Persönliche Obergrenze für die vollständigen Wohnkosten festlegen.
Übliche Mietpreise in der Zielregion vergleichen.
Randquartiere, Nachbargemeinden und regionale Zentren einbeziehen.
Muss-Kriterien von optionalen Wünschen trennen.
Suchabonnemente mit ausreichend breiten Kriterien einrichten.
Freunde, Familie, Arbeitgeber und persönliches Netzwerk informieren.
Genossenschaften, Gemeinden und gemeinnützige Bauträger prüfen.
Bewerbungsformular, Betreibungsregisterauszug und Einkommensnachweise vorbereiten.
Bei geeigneten Angeboten schnell und konkret Kontakt aufnehmen.
Wohnung, Umgebung und vollständige Kosten besichtigen und vergleichen.
Mietvertrag, Nebenkosten, Kaution und Kündigungsbedingungen kontrollieren.
Bei ungewöhnlich günstigen Angeboten Inserent und Zahlungsweg besonders sorgfältig prüfen.
Konkrete Beispiele
Beispiel 1: tiefere Miete, höhere Mobilitätskosten
Eine Wohnung in einer ländlichen Gemeinde kostet CHF 300 weniger als eine vergleichbare Wohnung in der Agglomeration. Wegen des Arbeitswegs benötigt der Haushalt jedoch ein zusätzliches Auto. Versicherung, Parkplatz, Treibstoff und Unterhalt übersteigen die eingesparte Miete.
Beispiel 2: kleinere Genossenschaftswohnung
Eine Person bewirbt sich neben regulären Mietwohnungen auch bei mehreren Genossenschaften. Nach einer Wartezeit erhält sie eine etwas kleinere Wohnung mit gutem Grundriss und langfristig tragbarer Kostenmiete. Dafür musste sie Genossenschaftsanteile finanzieren.
Checkliste: Günstige Wohnung finden
Maximalen Nettomietzins festgelegt
Nebenkosten berücksichtigt
Strom und Internet eingeplant
Mobilitätskosten berechnet
Muss-Kriterien definiert
Optionale Wünsche reduziert
Alternative Gemeinden geprüft
Einzugstermin flexibel gehalten
Suchabonnemente aktiviert
Persönliches Netzwerk informiert
Genossenschaften recherchiert
Kommunale Angebote geprüft
Bewerbungsformular vorbereitet
Betreibungsregisterauszug aktuell
Einkommensnachweise bereit
Referenzpersonen informiert
Wohnungszustand geprüft
Umgebung und Arbeitsweg geprüft
Nebenkostenpositionen geklärt
Zusatzkosten vollständig berechnet
Mietkaution geprüft
Kündigungsbedingungen gelesen
Inserent und Vertrag überprüft
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Häufige Fragen zu günstigen Wohnungen
Richten Sie Suchabonnemente mit einer realistischen Preisobergrenze ein, erweitern Sie das Suchgebiet und halten Sie ein vollständiges Bewerbungsdossier bereit. Bei einem passenden Angebot sollten Sie schnell, aber sorgfältig reagieren.
Eine Wohnung ist günstig, wenn ihre vollständigen monatlichen Kosten langfristig zum persönlichen Haushaltsbudget passen. Neben dem Nettomietzins sind Nebenkosten, Strom, Mobilität, Parkplatz und weitere Ausgaben zu berücksichtigen.
In vielen Fällen sind vergleichbare Wohnungen in Randquartieren oder benachbarten Gemeinden günstiger. Entscheidend sind jedoch die Gesamtkosten, da längere Arbeitswege, zusätzliche Fahrzeuge oder höhere Betreuungskosten den Mietzinsvorteil reduzieren können.
Ja. Ein Suchabonnement informiert über neue passende Inserate und ermöglicht eine schnelle Kontaktaufnahme. Die Suchkriterien sollten ausreichend breit eingestellt werden, damit geeignete Angebote nicht ausgeschlossen werden.
Genossenschaftswohnungen können aufgrund der Kostenmiete langfristig günstiger sein. Es können jedoch Mitgliedschaft, Anteilkapital, Belegungsvorschriften, Einkommensgrenzen oder Wartelisten gelten.
Informieren Sie sich direkt bei Gemeinden, Städten, Wohnstiftungen und gemeinnützigen Bauträgerschaften. Angebote und Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Ort und können Einkommens-, Vermögens-, Belegungs- oder Wohnsitzvorgaben enthalten.
Üblich sind ein vollständig ausgefülltes Bewerbungsformular, ein aktueller Betreibungsregisterauszug und die verlangten Einkommens- oder Beschäftigungsnachweise. Ein kurzes Begleitschreiben und informierte Referenzpersonen können die Bewerbung ergänzen.
Der Betreibungsregisterauszug sollte möglichst aktuell sein. Wer in den vergangenen Jahren in verschiedenen Betreibungskreisen gewohnt hat, kann für eine vollständige Übersicht mehrere Auszüge benötigen.
Es gibt keine verlässliche allgemeine Regel, wonach Mietwohnungen während einer bestimmten Jahreszeit günstiger sind. Wichtiger sind das lokale Angebot, die Flexibilität beim Einzug und die Geschwindigkeit der Bewerbung.
Bei Wohnräumen darf eine in Geld oder Wertpapieren geleistete Mietkaution höchstens drei Monatszinse betragen. Das Kautionskonto wird grundsätzlich auf den Namen der Mieterschaft eröffnet.
Nebenkosten müssen nur bezahlt werden, wenn sie mit der Vermieterschaft besonders vereinbart wurden. Der Mietvertrag sollte klar aufführen, welche Positionen zusätzlich zum Nettomietzins geschuldet sind.
Warnzeichen sind ein unrealistisch tiefer Mietzins, unklare Kontaktangaben, fehlende Besichtigungsmöglichkeiten, Zeitdruck und verlangte Vorauszahlungen vor einer nachvollziehbaren Vertrags- und Objektprüfung.
Wie bekomme ich eine günstige Wohnung?
Eine günstige Wohnung finden Sie am ehesten mit einer langfristigen und breit angelegten Suche. Berechnen Sie zuerst die vollständigen Wohnkosten, vergleichen Sie ähnliche Angebote und berücksichtigen Sie Randquartiere, Nachbargemeinden und gut angebundene regionale Zentren. Aktivieren Sie Suchabonnemente, informieren Sie Ihr persönliches Netzwerk und prüfen Sie Wohnbaugenossenschaften, kommunale Wohnungen und gemeinnützige Bauträgerschaften. Halten Sie ein vollständiges Bewerbungsdossier bereit und kontrollieren Sie vor der Unterschrift Nebenkosten, Mietkaution, Kündigungsbedingungen und sämtliche Zusatzkosten. Bei unrealistisch günstigen Angeboten sollten Identität, Objekt, Vertrag und Zahlungsweg besonders sorgfältig überprüft werden.
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